Entstehung

Die Atemtherapie hat einen psycho – somatischen Ansatz. Aus der Begegnung mit verschiedenen Elementen von Gymnastik, Tanz, Psychotherapie und dem fernöstlichen Atemwissen hat sich die Atemtherapie Anfang des letzten Jahrhundert entwickelt.

Einen bedeutenden Einfluss in der Atemarbeit leistete der jungianische Tiefenpsychologe und Atemtherapeut Cornelis Veening     (*1885 in den Niederlanden, † 1976 in Sils Maria).
Veening studierte ursprünglich Gesang. In den 30er Jahren kam es in Berlin aufgrund gesundheitlicher Probleme mit der Stimme zu einer Begegnung mit dem Arzt und C. G. Jung-Schüler Richard Heyer. Dieser hatte einen entscheidenden Anteil an der tiefenpsychologischen Seite von Veenings Atemarbeit. In den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts schuf er eine Atemlehre, in der sich der Ursprung moderner tiefenpsychologischer Körperpsychotherapie finden lässt.
Eine seiner Schülerinnen war Ilse Middendorf, diese bezeichnete ihn als einen „großen Lehrmeister“.

Ilse Middendorf (*1910 in Frankenberg/Sachsen, † 2009 in Berlin) ist die Begründerin der Methode des Erfahrbaren Atems. Sie besuchte die Atemschule Schlaffhorst & Anderson und absolvierte am „Institut für Atem- und Nervenpflege“ in Baden-Baden eine Ausbildung bei dem Atemlehrer Emil Aurelius-Baeuerle.
1965 gründete sie in Berlin das Institut für den Erfahrbaren Atem. Ilse Middendorf wurde 1971 als Professorin an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Berlin berufen, an der sie den Lehrauftrag für Atem- und Körperbildung sowie Tonbildung für Sänger und Schauspieler erhielt.

Erika Kemmann (*1941) wurde 1980 von Ilse Middendorf zur Atempädagogin/ Atemtherapeutin ausgebildet. Von 1986 – 1991 war sie Ausbildungsleiterin am Institut für den Erfahrbaren Atem.
Erika Kemmann gründete und leitet seit 1991 das „Institut für Atemlehre Berlin“. Ihr Institut ist anerkanntes Ausbildungsinstitut der AFA® Arbeits- und Forschungsgemeinschaft für Atempädagogik und Atemtherapie e. V. und des BVA Berufsverband für Atempädagogik und Atemtherapie e. V..